August 2025

BVMW-Bilanz nach 100 Tagen Bundesregierung: mehr als eine Gelbe Karte ist nicht drin

Nach 100 Tagen zieht der BVMW Bilanz: Wo steht die Bundesregierung in ihrer Arbeit für den Mittelstand?
Die Bewertung gliedert sich in sechs zentrale Politikfelder: Steuer- und Finanzpolitik, Energiepolitik, Verkehrspolitik, Digitalpolitik, Innovationspolitik und Förderprogramme sowie Arbeits-, Sozial- und Bildungspolitik.

Für jeden Bereich liefert der Bundesverband Mittelstand eine aktuelle Einschätzung – differenziert, nachvollziehbar und aus mittelständischer Perspektive. 

Geliefert hat die Regierung vor allem Absichtserklärungen. Degressive AfA und eine auf wenige Industriezweige begrenzte Stromsteuersenkung verschaffen nur punktuelle Liquidität, während zentrale Entlastungen wie die Senkung der Körperschaftsteuer, die niedrigere Thesaurierungsbesteuerung und ein verbindlicher Netzausbau erst ab 2026 greifen. Förderprogramme bleiben bürokratisch, Digital- und Sozialreformen stecken in Prüfaufträgen und der Finanzierungsvorbehalt dient weiterhin als pauschale Ausrede. Im Ergebnis verschieben viele mittelständische Unternehmen Investitionen, die Planungsunsicherheit steigt und Verwaltungskosten laufen aus dem Ruder.

Ohne zügige Entscheidungen droht das Vertrauen in die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit der Koalition zu erodieren. Der Mittelstand braucht belastbare Rahmenbedingungen und sichtbare Fortschritte, nicht weitere Debatten über Zuständigkeiten und Finanzierung. Nur klar terminierte Umsetzungsschritte können den Rückstau bei Investitionen auflösen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern; alles andere zementiert Stillstand und gefährdet Beschäftigung.

Die LÖSUNGSVORSCHLÄGE des BVMW:

Bürokratie endlich messbar abbauen
Ankündigungen reichen nicht. Was fehlt, sind konkrete Schritte, die den Mittelstand tatsächlich entlasten – digital, schnell, verbindlich.

Investitionen ermöglichen, nicht verhindern
Ob Energie, Digitalisierung oder Infrastruktur: Unternehmen brauchen Planbarkeit, nicht neue Hürden. Steuerliche Anreize und pragmatische Förderrichtlinien sind überfällig.

Fach- und Arbeitskräftemangel wirksam angehen
Der demographische Wandel wird sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt auswirken. Echte Reformen, die das Arbeitsangebot ausweiten, werden benötigt. Ein echter Schwerpunkt muss auf einer mittelstandsfreundlichen Weiterbildungspolitik liegen.

Sozialversicherungen nachhaltig finanzieren
Ohne Reformen werden die Beitragssätze zu den Sozialversicherungen weiter steigen. Das bedeutet weniger Netto vom Brutto und einen echten Standortnachteil für die Wirtschaft. Die Politik muss hier schnell die Weichen richtig stellen und die 40-Prozent-Marke in den Blick nehmen.

Wirtschaftsdialog auf Augenhöhe führen
Der Mittelstand braucht kein Mitspracherecht auf dem Papier, sondern echte Einbindung in Gesetzgebungsprozesse. Frühzeitig, offen, lösungsorientiert.

 

Die ausführliche Stellungnahme des BVMW finden Sie hier.

heise hat mindfactory übernommen

Die heise group hat wie geplant den Hardware-Händler Mindfactory übernommen. Die Übergabe fand zum 31. Juli 2025 statt, woraufhin das Unternehmen in die heise mindfactory gmbh umbenannt wird. Das Bundeskartellamt äußerte keine Einwände. Der Markenname Mindfactory bleibt erhalten, für Kunden soll sich praktisch nichts ändern.

Als neuen Geschäftsführer ernennt heise Marcel Kirchner, der bereits seit knapp 16 Jahren bei Mindfactory im Einkauf als Purchasing Manager arbeitet. Er beteiligt sich mit 3,57 Prozent am Unternehmen. Der Standort in Wilhelmshaven, alle Mitarbeiter und Kundenbeziehungen werden übernommen.

Kunden, die vor der Insolvenz bei Mindfactory eingekauft haben, erhalten künftig weiter Support von der heise mindfactory gmbh. Geschäftsführer Ansgar Heise sagt dazu: "heise lässt Kunden von Mindfactory bei Beschwerden nicht im luftleeren Raum, Reklamationen werden angenommen."

Die Redaktionen der heise group, einschließlich heise online und c't, bleiben unabhängig von der neuen Handelssparte. Das Gleiche gilt für die Preisvergleicher Geizhals und guenstiger, die mehrheitlich heise gehören. Mindfactory soll dort etwa nicht bevorzugt behandelt werden. Ansgar Heise führte dazu aus: "Sowohl die Redaktionen als auch Geizhals bleiben unabhängig. Wir werden das hohe Vertrauen auf Leser- und Kundenseite nicht verspielen. Das passt weder moralisch noch rational zu uns. Wir sehen eine große Chance in der Übernahme und werden auch die Beziehungen zu den Händlern nicht gefährden."

Zum Kaufpreis des Hardware-Händlers äußern sich weder heise noch Mindfactory.

 

11880 Solutions stärkt Call Center Services

Die 11880 Solutions AG stärkt ihren Geschäftsbereich Telefonauskunft durch den weiteren Ausbau der Call Center Services. Martin Hollwitz (38) hat nun die Position des Business Development Managers übernommen
und wird künftig maßgeblich zur Geschäftsentwicklung beitragen.

„Der Markt für unser Ursprungsgeschäft der Telefonauskunft 11880 ist weiterhin rückläufig. 2016 haben wir daher entschieden, den Bereich Call Center Services aufzubauen, der sich seither sehr erfolgreich entwickelt und heute bereits rund 80 Prozent unseres Telefonie-Umsatzes ausmacht“, erklärt Christian Maar, Vorstandsvorsitzender der 11880 Solutions AG. „Die Nachfrage nach professionellen Kundenmanagement-Leistungen wächst auch in Zukunft rasant. Mit Martin Hollwitz konnten wir einen erfahrenen Experten gewinnen, um dieses Potenzial weiter auszuschöpfen.“

Zu den Aufgaben von Martin Hollwitz zählen neben der Identifikation neuer Geschäftsmöglichkeiten, auch der Aufbau strategischer Partnerschaften und neuer Vertriebskanäle sowie die Gewinnung neuer Kunden für die Call Center Services und den KI-gesteuerten 11880-Sprachbot. Martin Hollwitz bringt umfassende Erfahrung in der strategischen Entwicklung und Umsetzung von Projekten in der Call Center-Branche mit. Er ist ausgezeichnet vernetzt, und überzeugt durch seine proaktive sowie innovative Arbeitsweise.

Mit dieser Personalentscheidung unterstreicht die 11880 Solutions AG ihren Anspruch, im Bereich Call Center Services weiter zu wachsen und neue Maßstäbe im Kundenmanagement zu setzen. Ein Beleg für die hervorragende Servicequalität ist die aktuelle Auszeichnung mit dem German Customer Award 2025. Die renommierte Auszeichnung prämiert jährlich die 500 kundenorientiertesten deutschen Unternehmen. Im Fokus der Bewertung stehen herausragende Leistungen in den Bereichen Kundenzufriedenheit, Servicequalität und Innovationskraft im Kundenservice.